Blueprint-Illustration eines Gebäudequerschnitts mit Etagen, danebenliegendem Grundriss, Energieeffizienz-Skala und stilisierter Regionalkarte; Schriftzug „Individueller Sanierungsfahrplan“ in Marineblau.
Energieberatung7 Min. Lesezeit

Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP): Was er wirklich bringt — und wann er sich lohnt

Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) ist mehr als ein technisches Gutachten: Er bringt Ihnen Planungssicherheit, einen klaren Sanierungspfad – und den iSFP-Bonus von +5 Prozentpunkten auf BAFA-Förderungen für Einzelmaßnahmen. Dieser Ratgeber erklärt, was der iSFP leistet, für wen er sich wirklich lohnt – und was er nicht abdeckt.

Von Jan Brinkmann, zuletzt aktualisiert am
Stand: KW 25/2026

Was ist ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)?

Ein iSFP ist ein maßgeschneiderter Sanierungsplan für Ihr Gebäude, erstellt von einem gelisteten Energieeffizienz-Experten (EEE/dena). Er zeigt auf, wie Ihr Gebäude schrittweise auf ein höheres Effizienz-Niveau gebracht werden kann – mit konkreten Empfehlungen für Dämmung, Fenster, Heizung und Lüftung. Der iSFP gibt Ihnen eine priorisierte Umsetzungsreihenfolge: damit Sie investieren, wenn es sinnvoll ist, statt reaktiv zu sanieren.

Was bringt der iSFP konkret?

Im Kern ist der iSFP ein individuelles Gutachten. Es dokumentiert den Ist-Zustand Ihres Gebäudes und empfiehlt einen aufeinander abgestimmten Maßnahmenplan. Dieser Plan ist die Grundlage für Förderanträge und für die Inanspruchnahme des iSFP-Bonus bei der BAFA.

  • Individuelle Maßnahmen-Priorisierung nach Ihrem Sanierungsziel und Budget
  • Grundlage für BAFA-BEG-EM-Förderanträge (Bundesförderung für effiziente Gebäude)
  • iSFP-Bonus: +5 Prozentpunkte auf förderfähige BEG-EM-Einzelmaßnahmen
  • Planungssicherheit für mehrere Sanierungsphasen
  • Nachweis gegenüber Behörden, Banken und KfW bei Bedarf

Der iSFP-Bonus: +5 Prozentpunkte auf BEG-EM-Förderung

Der iSFP-Bonus ist ein bedeutender finanzieller Hebel: Wer auf Basis eines iSFP saniert, erhält bei BAFA-geförderten BEG-EM-Einzelmaßnahmen einen Aufschlag von +5 Prozentpunkten auf den Förderquotienten. Bei einem Grundfördersatz von beispielsweise 20 % steigt dieser auf 25 % – bei 10.000 € förderfähigen Kosten wären das 2.500 statt 2.000 € Förderung.

Stand: KW 25/2026

Wichtig: Der iSFP-Bonus bezieht sich auf den Förderquotienten in Prozentpunkten, nicht auf die absolute Fördersumme. Er gilt nur für BAFA-BEG-EM-Einzelmaßnahmen, die auf Grundlage eines gültigen iSFP durchgeführt werden.

Was der iSFP-Bonus nicht abdeckt

Der iSFP-Bonus gilt ausschließlich für Einzelmaßnahmen über die BAFA (BEG EM). Nicht förderfähig über den iSFP-Bonus:

  • Heizungsanlagen und Wärmeerzeuger (Heizungstausch läuft über das KfW-Programm 458, das den iSFP-Bonus nicht kennt)
  • Fachplanung und Baubegleitung (diese haben eigene Förderwege, aber keinen iSFP-Bonus-Zuschlag)

Wer erstellt den iSFP?

Ein iSFP darf ausschließlich von einem Energieberater erstellt werden, der in der dena-Expertenliste als Energieeffizienz-Experte (EEE) mit iSFP-Berechtigung gelistet ist. Die Formulierung „BAFA-zugelassen" trifft die Sache nicht präzise – maßgeblich ist die Listung als Energieeffizienz-Experte (EEE/dena).

Jan Brinkmann, Inhaber von IB Brinkmann, ist als Energieeffizienz-Experte (EEE) in der dena-Expertenliste gelistet und erstellt iSFPs für Wohn- und Nichtwohngebäude im Nordwesten Niedersachsens und auf Norderney.

Ablauf und Kosten

Der Ablauf eines iSFP umfasst: Vor-Ort-Begehung des Gebäudes, Aufnahme des energetischen Ist-Zustands (Hülle, Heizung, Lüftung), Berechnung von Maßnahmen-Szenarien, Ausarbeitung des Sanierungsfahrplans mit priorisierten Schritten und Kostenrahmen sowie ein abschließendes Beratungsgespräch. Die Erstellungskosten eines iSFP werden selbst durch die BAFA im Rahmen der Energieberatung für Wohngebäude (EBW) mit bis zu 50 % des förderfähigen Beraterhonorars bezuschusst — maximal 650 € bei Ein- und Zweifamilienhäusern, maximal 850 € ab drei Wohneinheiten. Auf Anfrage nennen wir Ihnen gerne einen Richtpreis für Ihr Objekt.

Wann lohnt sich der iSFP?

Der iSFP lohnt sich insbesondere, wenn Sie mehr als eine Sanierungsmaßnahme in den nächsten Jahren planen, BAFA-Einzelmaßnahmen-Förderung maximieren möchten, Ihre Sanierung strategisch priorisieren wollen oder einen Nachweis für Banken oder Behörden benötigen. Für Eigentümer, die ausschließlich eine einzelne Maßnahme planen und keinen langfristigen Sanierungsplan brauchen, kann ein einfacher Energieausweis ausreichend sein.

Weiterlesen: Energetische Sanierung im Altbau: der Schritt-für-Schritt-Leitfaden

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Häufige Fragen

Wie lange gilt der iSFP-Bonus bei BAFA-Förderung?
Der iSFP-Bonus gilt für Maßnahmen, die auf Basis eines gültigen iSFP durchgeführt werden. Wichtig: Der Förderantrag muss vor schädlichem Vorhabenbeginn gestellt werden – also vor Abschluss eines Liefer- oder Leistungsvertrags ohne aufschiebende Bedingung. Stand: KW 25/2026, vor Antragstellung auf bafa.de prüfen.
Wer darf einen iSFP erstellen?
Nur Energieberater, die als Energieeffizienz-Experten (EEE) in der dena-Expertenliste mit iSFP-Berechtigung gelistet sind. IB Brinkmann ist gelistet und erstellt iSFPs im Nordwesten Niedersachsens und auf Norderney.
Gilt der iSFP-Bonus auch für den Heizungstausch?
Nein. Der iSFP-Bonus gilt ausschließlich für BEG-EM-Einzelmaßnahmen (BAFA). Der Heizungstausch wird über das KfW-Programm 458 abgewickelt, das den iSFP-Bonus nicht kennt. Stand: KW 25/2026, vor Antragstellung auf bafa.de prüfen.
Wird der iSFP selbst gefördert?
Ja. Die Erstellung eines iSFP wird durch die BAFA im Rahmen der Energieberatung für Wohngebäude (EBW) mit bis zu 50 % des förderfähigen Beraterhonorars bezuschusst — maximal 650 € bei Ein- und Zweifamilienhäusern (1–2 WE), maximal 850 € ab drei Wohneinheiten. Stand: KW 25/2026, vor Antragstellung auf bafa.de prüfen.
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