Fachbegriffe erklärt
Glossar: Fachbegriffe Energieberatung & Bauplanung
Hier erklären wir die wichtigsten Fachbegriffe aus Energieberatung, Bauphysik und Förderrecht — kompakt und praxisnah. Kein Wörterbuch, sondern die Begriffe, die Ihnen im Gespräch mit Ihrem Energieberater oder Architekten begegnen. Bei konkreten Fragen berät Sie Jan Brinkmann direkt.
- A_N (Wohnfläche nach GEG)
- Die Wohnfläche A_N ist im Kontext des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) die beheizte Nettogrundfläche eines Gebäudes in Quadratmetern. Sie bildet den Bezugswert für den Jahres-Primärenergiebedarf und den Transmissionswärmeverlust.
- Außenwanddämmung
- Maßnahme zur Verbesserung des Wärmeschutzes durch Dämmstoff an der Außenwand eines Gebäudes — entweder als Wärmedämmverbundsystem (WDVS), als hinterlüftete Vorhangfassade oder als Kerndämmung (bei zweischaligem Mauerwerk). Förderfähig über BEG-Einzelmaßnahmen (BAFA).
- Blower-Door-Messung (Luftdichtheitsprüfung)
- Messverfahren nach DIN EN ISO 9972 zur Bestimmung der Luftdichtheit der Gebäudehülle. Ein Ventilator erzeugt einen definierten Über- oder Unterdruck von 50 Pascal; die durchströmende Luftmenge wird gemessen. Ergebnis: Luftwechselrate n50 in h⁻¹. Pflicht für KfW-Effizienzhäuser, optional für GEG-Nachweise. Eine niedrige n50 (< 1,0 h⁻¹) senkt den Heizwärmebedarf erheblich.
- dena (Deutsche Energie-Agentur)
- Die dena führt die „Energieeffizienz-Experten-Liste" — ein staatlich anerkanntes Register von Fachleuten, die zur Erstellung von BAFA-förderfähigen Beratungsprodukten (individueller Sanierungsfahrplan, Energieberatung Wohngebäude) zugelassen sind. Jan Brinkmann ist auf der dena-Liste eingetragen.
- DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen)
- Herausgeberin des DGNB-Zertifizierungssystems und eines der akkreditierten Siegelsysteme für das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG). Audits nach DGNB prüfen Ökologie, Ökonomie, soziale Qualität und technische Qualität. Jan Brinkmann ist DGNB-Auditor.
- Effizienzhaus (KfW)
- Klassifizierung der KfW für Gebäude, die einen definierten Jahres-Primärenergiebedarf (prozentualer Anteil des GEG-Referenzgebäudes) unterschreiten. Wichtige Stufen: - EH 85: ≤ 85 % des Referenzgebäudes - EH 70: ≤ 70 % - EH 55: ≤ 55 % - EH 40: ≤ 40 % Zusatzbezeichnung „EE" (Erneuerbare Energien) und „NH" (Nachhaltigkeitsklasse / QNG-Siegel) können zusätzliche Förderstufen erschließen.
- Energieausweis
- Dokument nach GEG, das den energetischen Zustand eines Gebäudes in einer Skala von A+ (sehr effizient) bis H (sehr ineffizient) dokumentiert. Pflicht bei Verkauf, Vermietung und Neubau. Unterschied: Bedarfsausweis (berechneter Energiebedarf, unabhängig von Nutzung) vs. Verbrauchsausweis (gemessener Energieverbrauch der letzten 3 Jahre).
- Energiebilanz
- Gegenüberstellung von Energiebedarf und Energieerzeugung/-bezug eines Gebäudes. Grundlage für GEG-Nachweis, Energieausweis und BEG-Förderanträge.
- GEG (Gebäudeenergiegesetz)
- Das Gebäudeenergiegesetz trat am 1. November 2020 in Kraft und ersetzte die Energieeinsparverordnung (EnEV), das Energieeinspargesetz (EnEG) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Es regelt energetische Mindestanforderungen für Neubauten und wesentliche Änderungen an Bestandsgebäuden sowie die Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien beim Heizungstausch (ab 2024 für Neubauten in Neubaugebieten).
- GIH (Gebäudeenergieberater, Ingenieure, Handwerker e.V.)
- Berufsverband der unabhängigen Energieberater in Deutschland. Mitgliedschaft ist ein Qualitätsmerkmal für Unabhängigkeit und Fachkompetenz. Jan Brinkmann ist GIH-Mitglied.
- iSFP (individueller Sanierungsfahrplan)
- Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein staatlich gefördertes Beratungsdokument, das den schrittweisen Sanierungspfad eines Bestandsgebäudes in mehreren Stufen bis zum Effizienzhaus beschreibt. Ersteller müssen auf der dena-Energieeffizienz-Experten-Liste eingetragen sein. Förderfähig über BAFA-Energieberatung Wohngebäude (50 % Zuschuss, max. 650 € / 850 €). iSFP-Bonus — Geltungsbereich: BEG-EM-Einzelmaßnahmen Gebäudehülle und Anlagentechnik (BAFA): +5 Prozentpunkte auf den Grundfördersatz je Maßnahme. Heizungstausch (KfW 458): Der iSFP wirkt NICHT als Prozentpunkt-Bonus, sondern verdoppelt den förderfähigen Kostendeckel der 1. Wohneinheit von 30.000 € auf 60.000 €. Kein separater iSFP-Prozentpunkt-Bonus bei KfW 458.
- KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau)
- Bundesförderbank, die zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse für energieeffiziente Gebäude vergibt — insbesondere im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Wichtige Programme: BEG WG (Wohngebäude), BEG NWG (Nichtwohngebäude), BEG EM (Einzelmaßnahmen).
- KG 300 (Kostengruppe 300, DIN 276)
- Kostengruppe „Bauwerk — Baukonstruktion" nach DIN 276. Umfasst alle Kosten für Baukonstruktionen wie Gründung, Wände, Decken, Dach und Baukonstruktionen in Außenanlagen. Relevant für Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Ökobilanzen.
- LCA (Life Cycle Assessment) / Ökobilanz
- Berechnungsverfahren zur Quantifizierung der Umweltwirkungen eines Gebäudes oder Produkts über seinen gesamten Lebensweg — von der Rohstoffgewinnung (Wiege) bis zum Rückbau (Bahre). Kennwert: Treibhauspotenzial GWP in kg CO₂-Äquivalent/m² NGF·a. Pflichtbestandteil des QNG-Audits.
- LCC (Life Cycle Costing)
- Lebenszykluskostenrechnung: Berechnung aller Kosten (Investition, Betrieb, Instandhaltung, Rückbau) über den gesamten Gebäudelebenszyklus. Pflichtbestandteil des QNG-Audits.
- n50-Wert (Luftwechselrate bei 50 Pa)
- Kennwert aus der Blower-Door-Messung in h⁻¹: Wie oft wird das Gebäudevolumen pro Stunde bei 50 Pascal Druckdifferenz ausgetauscht? GEG-Grenzwert ohne Lüftungsanlage: 3,0 h⁻¹; mit Lüftungsanlage: 1,0 h⁻¹. KfW-EH-40: typischerweise < 0,6 h⁻¹.
- Primärenergiebedarf
- Gesamtmenge Energie, die für Heizung, Warmwasser, Lüftung, Kühlung und Hilfsenergie benötigt wird — inklusive der Energieverluste bei Gewinnung, Umwandlung und Transport. Wird in kWh/(m²·a) angegeben und ist Hauptkennwert im GEG-Nachweis und Energieausweis.
- QNG (Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude)
- Staatliches Gütesiegel des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen für nachhaltige Gebäude. Voraussetzung für KfW-Neubauförderung mit Nachhaltigkeitsklasse (NH-Klasse). Audits durch akkreditierte Auditoren nach einem anerkannten Siegelsystem (DGNB oder BiRN). Verbindliche Terminologie: „QNG-Audit nach Siegelsystem DGNB und BiRN".
- Thermografie (Infrarotthermografie)
- Messverfahren, bei dem eine Wärmebildkamera die Temperaturverteilung an Gebäudeoberflächen erfasst. Zur Ortung von Wärmebrücken, Leckagen und Feuchteschäden. Nach DIN EN 13187 / ISO 6781. Optimale Bedingungen: Außentemperatur < 5 °C, Temperaturunterschied innen/außen ≥ 10 K.
- Transmissionswärmeverlust (H'T)
- Wärmeverlust eines Gebäudes durch die Außenbauteile (Wände, Dach, Fenster, Boden) bei einer Temperaturdifferenz von 1 Kelvin. Angabe in W/(m²·K). GEG legt gebäudebezogene Grenzwerte fest.
- U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient)
- Maß für den Wärmestrom durch ein Bauteil (Wand, Fenster, Dach) bei einer Temperaturdifferenz von 1 Kelvin. Angabe in W/(m²·K). Je niedriger der U-Wert, desto besser die Wärmedämmung. GEG-Sanierungshöchstwert Außenwand (GEG Anlage 7): U ≤ 0,24 W/(m²·K). Für BEG-Einzelmaßnahmen-Förderung (BAFA) gilt eine strengere Mindestanforderung: U ≤ 0,20 W/(m²·K). Passivhausniveau: U < 0,10–0,15 W/(m²·K).
- WPB (Worst-Performing-Building)
- Gebäude, das energetisch zu den schlechtesten 25 % des deutschen Wohngebäudebestands gehört — typischerweise Energieausweis-Effizienzklasse F, G oder H. WPB-Eigentümer erhalten bei BEG-Einzelmaßnahmen einen zusätzlichen Bonus von +5 Prozentpunkten auf den Fördersatz. *(Stand 2026, geschätzt — vor Veröffentlichung auf bafa.de prüfen. Kein Rechtsanspruch auf Fördergewährung.)*
- Wärmebrücke
- Bauteilbereich mit erhöhtem Wärmedurchgang — z. B. Betonunterzug in gedämmter Wand, auskragende Balkonplatte oder Fensterrahmen-Anschluss. Folge: erhöhte Heizwärmeverluste und Gefahr von Oberflächenkondensation (Schimmel). Nachweis nach DIN 4108-2 und DIN 4108 Beiblatt 2.
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